Panda 3.3 – Google ändert die Spielregeln

Panda 3.3 Update

Panda 3.3 Update

Mit dem Panda Update 3.3 im Februar 2012 erfindet sich Google neu. Mit keinem Update wurden bisher die Stellschrauben für den Suchmaschinen-Algorithmus derartig neu justiert. Neben einer kompletten Neubewertung von Verlinkungen die bei Google als „Link Evaluation“ bezeichnet wird, ist auch die qualitative Bewertung von Webseiten stärker in den Fokus der Suchmaschine gerückt. Bei den vorherigen Panda Updates waren hauptsächlich Seiten betroffen, die ein Missverhältnis zwischen Contentmenge und verbauter Werbung auf einer Webseite aufwiesen, inzwischen wird auch z.B. die Text-Formatierung und Keyworddichte einer Seite für eine Rankingbewertung einbezogen.

„Auf den ersten Blick hat man das Gefühl, jetzt geht es SEO’s an den Kragen…“ *

Wer bisher Meta-Angaben für seine Seite mit entsprechenden Keywords bestückt und ein wenig Keyword-Stuffing betrieben hatte, war schon relativ gut für eine onPage-Optimierung dabei. Für Google ab sofort ernsthaft ein Zeichen für SEO „Manipulation“, das inflationäre wiederholen eines Keywords auf einer Seite bei relativ wenig Textmenge wird stark entwertet…

Google, Matt Cutts zum Thema Überoptimierung-Penalty:

Ein weit grösseres Problem scheint Google mit Verlinkungen von Seiten zu haben. Viele werden Anfang März in ihren bestehenden Konten der Webmaster-Tools einen Hinweis von Google gefunden haben, dass ein Problem mit unnatürlicher Verlinkung besteht:

Benachrichtigung von Google Webmaster-Tools über unnatürliche Links, die auf http://www.*********.de/ gefunden wurden.

Als Handlungsanweisung ist dann noch folgendes zu finden:

Suchen Sie insbesondere nach möglicherweise künstlichen oder unnatürlichen Links, die auf Ihre Website verweisen und zur Manipulation von PageRank dienen könnten.

Wer so etwas in seinen WMT Konto liest erschrickt natürlich, was sollte man also als Erstes tun?

Das Wichtigste vorweg: Nicht in Panik verfallen und übereilt Verbindungen kappen!

Diese Meldungen haben auch Seitenbetreiber bekommen die über 2 Jahre an Ihrer Seite keine Änderungen vollzogen haben, weder Linktausch, Linkmiete noch Linkkauf. Scheinbar legt Google eine Art Schablone über das bisherige Linkbuilding…alles was von diesem „Verlinkungsschlüssel“ abweicht, bekommt früher oder später einen Hinweis in seinen WMT’s bzw. falls ein WMT Konto nicht vorhanden ist, könnte man es dann an seinen Rankings bei Google beobachten.

[ad#ad-2]Weiterhin möchte Google über ein Formular wissen, welche SEO Maßnahmen der Webseitenbetreiber veranlasst hat. Da es sich um eine automatische Mail handelt, wird empfohlen nicht darauf zu antworten (nicht verwechseln mit „nicht reagieren“). Da es sich um einen maschinellen Filter handelt, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Änderungen automatisiert registriert und darauf entspr. reagiert. Jede Seite wird ständig von Google neu bewertet und in ein Ranking einbezogen.

Wer also Korrekturen vornimmt, kann mit Änderungen rechnen ohne sich gleich bei Google in Form einer Selbstanzeige zu offenbaren. Denn was Google nicht kann ist: Erkennen ob Sie ein One-Way Link getauscht, geschenkt, gemietet, gekauft haben oder durch eigene Gastbeiträge in Artikelverzeichnissen, Foren usw. entstanden ist.

Lesenswert und aktuell ->  Wege aus der Panda – Google Penalty


Ein neuer „Verlinkungsschlüssel“ ist jetzt gefordert!

Neuer Linkschlüssel?

Neuer Linkschlüssel?

Waren bis Februar 2012 reine Keyword-Links der Garant für schnelles Ranking in den Suchmaschinen, so gelten diese nach dem Panda Update 3.3 als deutliches Signal für SEO Linkbuilding.

Ein sehr guter Beitrag zur prozentualen Aufteilung von Backlinks findet sich z.B. hier: http://webschorle.de/seo-campixx-2012-irgendwas-mit-links-christoph-cemper/

Das man Links aus sauberen Quellen beziehen sollte wie dem gleichen Sprachkreis, aus dem Content (besser noch thematisch), in guter Nachbarschaft usw. dürfte inzwischen jeder Webmaster wissen.

Ein wichtiger Faktor zum verschleiern bzw. erkennen von bewusst gesetzten Backlinks ist nach der Link Evaluation der Linktext (auch Anchortext genannt).

Wie ausführlich bei Seokratie.de beschrieben, wird in 4 Kategorien von Linktextarten unterschieden:

Brand Link: Hier ist der Anchortext NIKE, oder auch NIKE.com, wenn also mit dem Markennamen oder der URL verlinkt wird.

Money Link: Wer ein Portal für Kreditvergleiche hat, der greift zu Begriffen, die bei Adwords ein hohes Suchvolumen aufweisen und auch dementsprechend einen hohen CPC, zum Beispiel: „Darlehen“, „Zinsen“ oder „Kreditvergleich“. Im Modebereich dann so etwas wie “Jeans” oder “Schuhe”. Dazu zählen auch Keywords in einer Zweier-Kombination wie „günstiges Darlehen“ oder „Darlehen vergleichen“.

Compound Link: Bei mehreren Wörtern bzw. Sätzen entsteht eine neue Kategorie, Beispiel ist etwa „günstiges Darlehen jetzt vergleichen“, “modische Schuhe im Frühling kaufen” oder eben noch längere Phrasen, in denen das Keyword vorkommt.

Sonstige Links: Auch aus SEO-Sicht eher sinnlose Linktexte wie „hier“, „Quelle“, „mehr lesen“ und Ähnliches, was weder mit der Marke zu tun hat, noch direkt auf ein Keyword hinweist.

Das Fazit der Beobachtungen bei Seokratie waren, dass Brand und Compound Linktexte am besten abschneiden. Wer zuviel Money-Links hatte ist seit dem Update abgerutscht, wobei Sonstige Links häufig dem Spambereich zugeordnet wurden.


Aus den von uns überwachten/beobachteten eigenen und Kundenprojekten konnten wir dagegen folgendes Fazit ziehen. Alle 4 Arten des Linktextes gehören ins Linkbuilding nur das Verhältnis hat sich stark geändert und sind für viele Rankingverschiebungen verantwortlich. War vorher ein Money-Linktext der Favorit in der Rankingbewertung ist es jetzt ein Verlinkungsschlüssel wie folgt:

– 30% Brand Links*
– 30% Money Links
– 30% Compound Links
– 10% Sonstige Links

* Sollte Brand nicht möglich sein wäre dieser Teil dem Compound zuzuordnen.

[ad#ad-2]Wessen Ranking im Moment trotz optimaler onPage Optimierung wackelt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit zuviele Money Links. Was vorher gut war ist nun gelinde gesagt unoptimal. Eine Aufteilung des Linkprofils, wie im Verlinkungsschlüssel gezeigt, muss angestrebt werden. Jetzt liegt es in der Entscheidung des Webmasters, den Bestand an Links umzuarbeiten (wenn erreichbar) bzw. die fehlenden Prozente aufzustocken. Beides ist eine Aktivität, die Google nicht verborgen bleiben dürfte und ein Ranking nicht sofort sondern schrittweise wiederherstellt. Hier ist der goldene Mittelweg gefragt. Eine direkte Lösung gibt es nicht, da eine Vorgehensweise z.B. vom bisherigen Linkbestand bzw. Linkhistorie usw. abhängt.